Berichte von Tagungen

Tagung „Bildung und Erziehung im Kontext globaler Transformation“ der beiden DGfE-Kommissionen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Vergleichende und internationale Erziehungswissenschaft (VIE)

Vom 23. bis 24. März 2017 fand an der Universität Bayreuth die  Jahrestagung der beiden DGfE-Kommissionen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Vergleichende und internationale Erziehungswissenschaft (VIE) in der Sektion Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft (SIIVE) statt. Eröffnet wurde die Tagung am 23. März mit einem Vortrag von Prof. Dr. Arjen Wals (Wageningen University, Niederlande) mit dem Titel: „Disrupting the normalisation of unsustainability: rethinking education and research in times of global systemic dysfunction“. Der folgende Tag startete mit einer Keynote Speech von Prof. Dr. Leon Tikly (Bristol University, England) zum Thema „Quality learning for all and sustainable development: A transformative agenda“. Zudem gab es viele weitere Podiumsdiskussionen, Panels und Paper Sessions, die sich mit verschiedenen Aspekten des Tagungsthemas auseinandersetzten.

Interdisziplinäre Nachwuchstagung „Bildung für nachhaltige Entwicklung – theoretische, konzeptuelle und empirische Perspektiven“, 16.-17. Oktober 2015 an der Freien Universität Berlin

Mathis Kückens, Universität Zürich, Institut für Erziehungswissenschaften

Mit ca. 35 Teilnehmenden hat sich im Oktober die junge Gemeinschaft von Forschenden zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im deutschsprachigen Raum zusammengefunden, um über die eigenen Forschungsarbeiten in den Austausch zu gehen und diese gemeinsam zu reflektieren. 17 Vortragende stellten ihre sehr unterschiedlich weit fortgeschrittenen Arbeiten zur Diskussion. So wurden sowohl kurz vor der Fertigstellung stehende Dissertationsprojekte als auch noch in der Konzeptionsphase befindliche Promotionsvorhaben vorgestellt. Sechs im Forschungsfeld der Bildung für nachhaltige Entwicklung tätige Professorinnen und Professoren boten den Vortragenden gemeinsam mit den Nachwuchsforschenden ein sehr freundliches, respektvolles und interessiertes Diskussionsklima. Inhaltlich war das Programm sehr weitläufig aufgestellt. Die Forschungsgegenstände bewegten sich u.a. in den Feldern

  • Empirische Analysen von der Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Praxis
  • Förderung und Implementierung von Kompetenzen, die zum Mitwirken an einer nachhaltigen Entwicklung erforderlich sind,
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Konzepten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kontext sich verändernden gesellschaftlichen Herausforderungen,
  • Naturwissenschaftsdidaktische Vorstellungsforschung zu nachhaltigkeitsrelevanten Sachverhalten,
  • Wahrnehmung und Bewerten von nachhaltigkeitsrelevevanten Sachverhalten.

Dabei wurden vor allem die pädagogischen Handlungsfelder Schule, Hochschule sowie Kommune in den Blick genommen. Die methodologische Verteilung der Arbeiten von 13 qualitativen zu vier quantitativen bzw. Mixed-Methods-Studien zeigt auf, dass die Mehrzahl der Forschenden neues Terrain erschließen möchten, da sie Bildung für nachhaltige Entwicklung selber als einen offenen Such- und Lernprozess anerkennen. Gesonderte Erwähnung sollen hier einige in der frühen Phase befindlichen Arbeiten finden, die sich den schwer zu operationalisierenden Forschungsgegenständen des Wohlbefindens, der Emotionen sowie der Ästhetik in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung annehmen. Die Forschungsgemeinschaft wird mit Spannung die Entwicklung dieser Arbeiten verfolgen.

Abschließend möchte ich mich als Teilnehmender und Vortragender ganz herzlich bei den Organisatorinnen Prof. Dr. Inka Bormann, Prof. Dr. Susanne Menzel und dem Organisator Prof. Dr. Marco Rieckmann für die Ausrichtung dieser aus meiner Sicht sehr gewinnbringenden Tagung bedanken und bin der Überzeugung damit auch im Namen der anderen Teilnehmenden schreiben zu können. Damit verbunden wünsche ich mir eine regelmäßige Fortsetzung dieser Tagungsreihe und hoffe auf eine rege Beteiligung von jungen Forschenden in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Zukunft.

 

Summer School „Empirische Forschung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung – Themen, Methoden und Trends“

Vom 21. bis 29. Juli 2014 fand die Summer School „Empirische Forschung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung – Themen, Methoden und Trends“ an der Universität Vechta statt. Als Veranstalter eingeladen hatten Prof. Dr. Matthias Barth (Hochschule Ostwestfalen-Lippe) und Prof. Dr. Marco Rieckmann (Universität Vechta) in Kooperation mit der Kommission „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in der Sektion Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft (SIIVE) der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). 33 Doktorandinnen und Doktoranden aus Deutschland und der Schweiz haben an der Summer School teilgenommen. Gefördert wurde die Summer School durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Summer School ist von der Deutschen UNESCO-Kommission als Offizieller Beitrag zur Nationalen Konferenz zum Abschluss der UN-Dekade anerkannt worden.

Im Mittelpunkt der neuntägigen Veranstaltung stand die empirische Forschung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Schwerpunkte dabei waren u.a. Lehr-Lernforschung, Kompetenzforschung und Transferforschung sowie insbesondere Methoden der Datenerhebung und -auswertung. In acht Haupt-Vorträgen, 20 Workshops und drei Forschungswerkstätten tauschten sich die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus. So hielt zum Beispiel Prof. Dr. William Scott (University of Bath, United Kingdom) einen Vortrag zum Thema “Sustainability and Learning: Framing the Issues”, und Prof. Dr. Kerry Shephard (University of Otago, Neuseeland) sprach zu “Measuring Affective Attributes in Education for Sustainable Development”. Prof. Dr. Gerhard de Haan (Freie Universität Berlin), Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, hielt einen Vortrag „Zur Zukunft der Bildungsforschung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Workshops gab es u.a. zur Fragebogenkonstruktion, Interviews, Videoanalyse, Längsschnittstudien, Typenbildung und Kompetenzdiagnostik. Auch allgemeinere Themen standen auf dem Programm: Forschungsförderung, Wissenschaftskommunikation und die eigene Karriereplanung wurden im Rahmen der Summer School thematisiert. Detaillierte Informationen zum gesamten Programm der Summer School finden sich unter: http://esdsummerschool.wordpress.com/programm.

Die Haupt-Vorträge sowie die Abstracts der Doktorandinnen und Doktoranden werden in einem Tagungsband (Barth, M./Rieckmann, M., Hrsg.: Empirische Forschung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung – Themen, Methoden und Trends. Leverkusen: Budrich) im Herbst 2015 veröffentlicht werden.

Kontakt: Prof. Dr. Marco Rieckmann, Universität Vechta, marco.rieckmann@uni-vechta.de

 

BNE-Nachwuchstagung, 8./9. November 2013, Universität Bern

Corinne Ruesch Schweizer, Anna Schmuki, Marco Rieckmann

Am 8. und 9. November fand die Nachwuchstagung „Bildung für nachhaltige Entwicklung – theoretische, konzeptuelle und empirische Perspektiven“ an der Universität Bern statt. Eingeladen haben Nachwuchsforschende der Interfakultären Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie (IKAÖ) der Universität Bern (Schweiz) gemeinsam mit der Kommission Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (DGfE). Dies war die zweite Tagung dieser Art nach der  BNE-Nachwuchstagung im Dezember 2012 in Osnabrück.

26 Nachwuchswissenschaftler/innen aus der Schweiz und Deutschland reichten Abstracts ein. Die Themenpalette dieser Beiträge war vielfältig. Sie reichte von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung von BNE und nahm unterschiedliche Bildungsstufen wie auch Kommunen und Netzwerke in den Blick. Dabei wurden Kompetenzen, subjektive Theorien, Transfer- und Diffusionsprozesse als auch methodisch-didaktische Gestaltung von BNE thematisiert. Insgesamt wurden den 32 Teilnehmenden 12 Vorträge und 10 Poster präsentiert.

Zwei Inputreferate forderten heraus, den BNE-Diskurs aus der Vogelperspektive resp. aus der Sicht der anthropologischen Voraussetzung zu betrachten. Antonietta Di Giulio (Universität Bern) warf in ihrem Referat unter anderem die Frage auf, was die Aufgabe von Wissenschaft und Forschung in der Debatte zur Umsetzung von BNE ist. Christine Schmidts Referat regte an, über das Menschenbild nachzudenken, das sich hinter BNE verbirgt, und forderte auf, nicht nur darüber nachzudenken, was durch BNE gelernt werden soll, sondern auch, was aus evolutionstheoretischer Sicht gelernt werden kann.

Neben den Beiträgen war viel Raum für Vernetzung und Diskussionen vorgesehen. So wurden Fragen, die über die Diskussionszeiten nach den Beiträgen hinausgingen, in einer Plenumsdiskussion und einem World Café aufgegriffen. Bei diesen Gelegenheiten wurde intensiv diskutiert, was BNE ist und ob BNE eine Fachwissenschaft im Sinne von “BNE-Wissenschaft(en)”  oder eine „interdisziplinäre Community ohne Disziplin“ sei resp. sein soll. Der Wunsch nach disziplinübergreifender, gegenseitiger Anregung wurde deutlich. In verschiedenen Beiträgen zeigte sich, dass BNE insbesondere auch für die Praxis schwer zu fassen ist. In diesem Zusammenhang wurde über das Verhältnis von BNE-Forschung und -Praxis diskutiert und gefragt, was der Beitrag der BNE-Forschung für die BNE-Praxis sein soll und kann und inwiefern transdisziplinäre BNE-Forschung Sinn hat. Immer wieder wurde die Relevanz von Werten in der BNE in den Diskussionen aufgegriffen. Einig war man sich über den Werterahmen, strittig wurde hingegen diskutiert, ob BNE vor allem eine Auseinandersetzung mit diesen Werten und deren Reflexion ermöglichen (Wertediskurs) – womit dann auch eine individuelle Positionierung der Lernenden einhergehen kann bzw. sollte – oder auch (direkt) eine gesellschaftliche Verbreitung dieser Werte bewirken soll (Wertevermittlung).

Wir blicken zurück auf spannende Diskussionen und eine angenehme Atmosphäre für den Austausch und kehren mit wertvollen Inputs und neuen Kontakten zurück an den eigenen Schreibtisch. Mit vielen anderen Teilnehmenden hoffen wir, dass es gelingt, die BNE-Nachwuchstagung zu institutionalisieren, und sind gespannt, ob die Ideen für eine Online-Plattform oder ein deutschsprachiges BNE-Journal für einen vertieften inhaltlichen Austausch in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

 

Nachwuchstagung der Kommission BNE innerhalb der DGFE

„Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung – empirische, theoretische und konzeptuelle Zugänge“

am 7./8.12.12 in Osnabrück

Das Tagungsprogramm kann hier als pdf abgerufen werden.

Ausgewählte abstracts und Poster können hier als pdf heruntergeladen werden.

Die Tagung richtete sich an Nachwuchswissenschaftler(inne)n, deren Forschungsarbeiten einen Bezug zur Bildung für nachhaltige Entwicklung aufweisen. Willkommen waren sowohl theoretisch-konzeptionelle wie auch empirische Arbeiten mit qualitativer und quantitativer Ausrichtung.

Die Tagung wurde eingeleitet durch einen Impulsvortrag eines im Feld erfahrenen Wissenschaftlers (Prof. Dr. Matthias Barth). Akzeptierte Beiträge von Nachwuchswissenschaftler(inne)n wurden in einem 20?minütigen Vortrag mit 10 Minuten Diskussion oder als fünfminütiger Postervortrag präsentiert. Es sollte explizit Raum gegeben werden für die kritische Diskussion von Forschungsansätzen sowie die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler(inne)n. Daher waren auch Nachwuchswissenschaftler(inne)n, deren Arbeiten am Anfang stehen, ausdrücklich zur Einreichung von Beiträgen eingeladen.

Themenfelder waren:

  1. Kompetenzmodellierung und -messung im Feld der BNE;
  2. Transfer von BNE;
  3. International-vergleichende und interkulturelle Perspektiven auf BNE;
  4. Lern- und umweltpsychologische Grundlagen von BNE;
  5. Implementierung, Steuerung und Institutionalisierung von BNE im Bildungssystem (z.B. Indikatoren);
  6. Funktion von BNE bei der Etablierung von Nachhaltigkeitsbewusstsein;
  7. Evaluation von BNE?Bildungsangeboten;
  8. Qualität und Professionalisierung von BNE.